Pflichtkür: Auszeit! – – – – Wie der Krebs mich zu neue Lebensinhalte führt.

Nach eine Nacht mit viel Schmerzmittel und ständige Störungen vom Pflegepersonal (aber das muss ja sein) sind für heute die erste Untersuchungen. Erstmal einen Sono, sehr ausgiebig, denn der Arzt hat auch gleich mal einige Organe betrachtet. Er hatte etwas stützig geschaut wenn ich sagte die Schwellung  wäre schon mal als Lipom diagnostiziert. Er kennt diese, hat selber mehrere, aber meist nur so einen Zentimeter in Durchmesser. Das beruhigte mich nicht. Er stellte aber auch fest, das ein Bluterguss in mein Knie vorhanden ist. Nur die Frage woher wurde nicht beantwortet.

In der Arbeit angerufen und meine Situation erklärt. Wie lange ich denn abwesend sein werde – ?????.

Später noch Röntgen aber auch hier keine weitere Diagnosen.

Abends dann noch mit Familie und Freunde telefoniert.

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Dieser Tag war ein sehr stressiger Tag, viele Meetings mit ein fordernden Kunde. Am Ende des Nachmittags sitzen wir zum Wrap-Up noch mal zusammen und da spüre ich ein Schmerz in meinen Knie. Nachher – noch mal schnell ein paar E-mails abarbeiten – wird der Schmerz immer störender, auch ist mein ganzer Oberschenkel dick geworden.

Mit viel Schmerzen quäle ich mich Heim – sogar das Auto habe ich noch vollgetankt. Zu Hause nehme ich erst mal ein Schmerzmittel und erkläre meine Frau was los ist.
Nachdem mein Bein genau da dick ist, wo auch der Knubbel ist habe ich mich entschieden mein Arzt an zu rufen. Er ist natürlich um halb acht nicht mehr in Dienst, so dass ich bei der Bereitschaft lande. Nach einer Stunde ist ein Ärztin bei uns. Weitere Schmerzmittel und einer Kochsalz-Infusion folgen. Nachdem sie sich auch keine Diagnose hat, schickt sie mich im Krankenhaus. Der Krankenwagen braucht viel Zeit, sodass ich erst gegen 22:30 in der Notaufnahme ankomme.

Die erste Untersuchung zeigt viel Feucht im Bein und eine unklare Verdickung.
Danach werde ich im Zimmer gebracht und weiter mit Schmerzmittel ausgestattet, ich schlafe aber schlecht diese Nacht.

Ich fühle mich ruhig, bin nicht ängstlich oder hektisch, gehe die Sache mit Vernunft an; nur die Schmerzen halten mich wach
Ich empfand es sogar als lustiges Erlebnis, von einen Krankenwagen abgeholt zu werden. Auch in ein Krankenhaus war ich noch nie als Patient, somit konnte meine Neugierde aufblühen.

Nach der Diagnose „Lipom“ habe ich mich informiert und war dementsprechend immer noch nicht beunruhigt.
Ein Lipom besteht nur aus unterhaut Fettgewebe; ist meist klein und beweglich und kann beruhigt bleiben.
u.U. kann ein Lipom auch mal grösser sein und hat ab und zu auch mal stärkeres Wachstum.
Alles also was zutreffen könnte und deshalb nicht beunruhigend wirkt.

Ich vertraue die Aussage meines Arztes. Meine Philosophie in dieser Beziehung ist:
Ein Arzt soll dein Freund sein, denn nur Freunde werden sich so um dich kümmern wie es gebraucht wird.

Deshalb bekommt ein Arzt mein Respekt nicht einfach weil er Doktor ist, aber erst wenn er mich auch den Eindruck gibt, dass er sich zusammen  mit mir um das Problem kümmert, am besten holistisch, also nicht nur die Symptome betrachtet, aber auch weiter dahinter schaut.

Besuch bei meinem Hausarzt.

Mein Hausarzt begutachtet den Knubbel und ist etwas beeindruckt. Mittels Ultraschall wird geschaut welche Ausmasse er hat und  wie tief der Knubbel geht. Resultat: 8*4*3cm
Seine Diagnose lautet dann: „das ist ein Lipom“; Ein Tumor, aber gutartig und nur im Fettgewebe.
Das hört sich beruhigend an. Er sagte man könne es entfernen lassen wenn es stört, aber viele Leute haben so etwas und machen nichts. Zur Sicherheit gibt er mir noch eine Empfehlung für ein Plastische Chirurg, welche dieses Lipom entfernen könne.

Erstmal mache ich mir also keine Sorge und da ich in mein Leben noch nie operiert wurde ist die Schwelle dies anzugehen ziemlich hoch. Da auch der Stress in der Arbeit noch immer hoch ist mache ich keine Pläne mich weiter in mein Knubbel zu vertiefen.
Ich fühle mich ein wenig ambivalent, denn ich habe einen Tumor, aber kein Grund zum aufregen.

Einerseits würde mir eine Ruhepause gut tun, aber einen Tumor als Grund scheint mir doch morbide. Mit ein Lipom kann ich ruhig (nah-ja der Stress) weiterarbeiten

Anfang Mai 2013 – AUA

Der erste deutliche Schmerz !!

Plötzlich spüre ich Schmerzen. Beim Schuhe zubinden (in die Hocke) schmerzt der Knubbel und diesen Schmerz verzieht sich erst nach einiger Zeit.
Wir sind am Staffelsee und machen Ausflüge (z.B Töpfermarkt in Diessen am Ammersee) und Wanderungen; das Wetter ist nicht mehr so einladend (feucht und frisch) aber Wandern geht ja.
Am zweiten Tag habe ich die Schmerzliche Erfahrung. Das hat mich schon erschreckt. Der nächstmögliche Termin beim Arzt plane ich schon mal.

Der Knubbel ist jetzt deutlich grösser (m.E. ca 6 cm), normalerweise schmerzt er nicht, nur wenn ich in die Hocke gehe und der Oberschenkel-Muskulatur gedehnt wird kommt Druckschmerz auf.

Ostern ist vorbei und wir bewegen uns Richtung ein paar Feiertage. Als erste den 1. Mai.
Das gibt mir endlich eine Chance etwas ruhe zu finden, denn der Arbeitsstress ist noch immer sehr hoch.
Der Garten-Umbau ist auch in diesen Monat im Gange. Zehn Tage Arbeit und Unterstützung der GaLa und das neben der Arbeit. Aber das Resultat ist sehr schön und wir freuen uns richtig auf das wunderbare Ergebnis.

Und dann haben wir für Mai zum entspannen ein langes Wochenende am Ammersee geplant.

Den Knubbel nehme ich zwar wahr, aber er zieht keine große Aufmerksamkeit auf sich.
Er scheint etwas gewachsen zu sein, bin mir aber nicht ganz sicher.
Jedenfalls stört er nicht – oder meine Arbeit lenkt mich so weit ab, dass ich etwaige Störungen unterdrücke.
Ich will mich auch keine Sorgen aufbrummen und deshalb blende ich ihm wahrscheinlich auch geschickt aus.

Nah Ja, ich mache am Wochenende schöne Spaziergänge mit den Hunden um etwas zu entspannen, das Wetter ist sehr einladend dafür.

Das Arbeitspensum fordert meine volle Aufmerksamkeit.
Der Knubbel beschäftigt mich besonders wenig; kein Schmerz, keine Hinderung und vor allem: kein Wachstum!
Ich mache mich noch immer keine Sorgen – dafür fehlt, ehrlich gesagt, die Zeit

Der Frühling kündigt sich an, die Tage werden länger und die Uhr muss um eine Stunde vorgedreht werden – Verlorene Zeit?

Wir haben uns entschieden den Vorgarten neu zu gestalten. Im Moment ist er nur Kraut und Rüben. Ein zu groß gewordenen Flieder und ein menge Unkraut. Nicht mehr zu meistern. Ein Plan ist gemacht und ein GaLa-bauer gefunden.
Jetzt kann es los gehen – wenn’s Wetter passt.